Golf von Biskaya – Atlantik

Atlantiktour (09/2021)

Diese Tour führte uns mal wieder in unsere 2. Heimat, nach Frankreich. Ziel war Mimizan, um dann step by step am Atlantik hoch bis La Rochelle/Nantes zu fahren. Wir legten 2 Zwischenstopps für jeweils eine Übernachtung auf dem Weg zum Golf von Biskaya ein. Der erste Stellplatz war nahe Reims, kostenlos und schön gelegen, perfekt, um mit den Hunden laufen zu können. Der 2. war auf einem Campingplatz irgendwo auf der Strecke (wir sind diesmal mautfrei gefahren) an einem schönen See. Außer uns waren nur wenige Gäste da, alles sehr entspannt und nach hinten raus gab es ein Tor, da war man direkt am See.

1. Platz
kostenlos
2. Platz, direkt am See
vor der Abfahrt eine Runde am See mit den Hunden


Irgendwann hatte ich dann von den ganzen Landstraßen und besseren Feldwegen die Nase voll, also ab auf die Autobahn, vorbei an Bordeaux gen Süden. Angekommen in Mimizan, mussten wir feststellen, dass die Gegend sehr überlaufen und voll war, also sind wir die ersten Kilometer bereits wieder gen Norden gefahren. Am See von Biscarrosse fanden wir ein ruhiges Plätzchen, da haben wir uns nieder gelassen. Hier blieben wir erstmal 2 Nächte, 1300 km lagen inzwischen hinter uns. Die Gegend war schön und ruhig. Es gab einen kleinen Hafen und 300 Meter weiter war noch ein Campingplatz, dass war’s. Am See gab es die Möglichkeit zu schwimmen, paddeln oder einfach nur faul im weichen Sand liegen. Letzteres war unser Plan, also Rucksack gepackt, Decken für uns und die Hunde unterm Arm und los. Nach diesem ausgiebigen Gammeltag war ich tiefenentspannt und daher sollte es nach 2 Übernachtungen dann auch wieder weiter gehen.


Unser nächstes Ziel war das Becken von Arachon. Der Weg dahin führte an der Dune du Pilat vorbei, wo wir auf jeden Fall einen Stopp einlegen wollten. Wir waren schon sehr früh unterwegs, da war es noch nicht voll. Wir suchten uns zum Parken einen schönen Platz im Schatten aus. Hoppi blieb mit den Hunden am Van, ich habe mir den Rucksack geschnappt und bin die Düne hoch. Wie auch schon in Leba, einfach traumhaft. Die Dune du Pilat ist etwas höher als die Düne in Leba, aber sie ist nicht größer. Der Ausblick war einfach nur toll, einmal der Blick über den Atlantik und zur anderen Seite der Wald. 4 Wochen nachdem wir dort waren, sind dort durch die vielen Brände 2 Campingplätze und ganze Waldgebiete abgebrannt.


Die nächste Übernachtung hatten wir in Teich, Glück gehabt, es war der letzte freie Platz. Der SP ist kostenlos und liegt neben einem Vogelreservoire, einem kleinen Hafen und einem Restaurant. Mit den Hunden konnte man dort kilometerweit ins Reservoire laufen. Es war sehr warm, zum Glück standen wir unter einem Baum, so konnten die Hunde nach den Ausflügen schön im Schatten liegen.

Weiter ging es dann einmal um das ganze Becken von Arachon bis zum Cap de Ferret. Hoppi wollte unbedingt auch mal auf einen Campingplatz, also ab auf den CP, anmelden und am Platz einweisen lassen. Wir hatten insoweit Glück, dass wir noch einen Platz am Rand bekommen haben und nicht mittendrin standen, aber ich kam mir vor, als wenn ich in Deutschland auf einem Platz gewesen wäre, um ums herum nur Deutsche🤷‍♀️. Naja, also erstmal wieder los und die Umgebung erkunden. Mit den Hunden konnte man sehr gut durch die angrenzenden Wälder laufen, am Strand war absolutes Hundeverbot. Der Weg zum Strand führte durch einen kleinen Wald und über eine Düne. Geplant waren hier 2 oder 3 Nächte, aber nachdem der Hoppi sich am ersten Tag gleich 2-mal auf dem Platz verlaufen hat, sind wir am nächsten Tag nach dem Frühstück direkt wieder abgefahren. Wir sind noch bis zur Spitze vom Cap gefahren, einmal gucken und dann ging es weiter Richtung Bordeaux.

Fahrradparkplatz Richtung Strand
der Weg zurück vom Strand zum CP


Bordeaux wollten wir uns eigentlich angucken, aber daraus ist nichts geworden. Mit dem Van gab es nirgends eine Möglichkeit zum Parken. Wir sind also nur durchgefahren und haben uns auf einem kleinen Stellplatz 15 km außerhalb niedergelassen. Hier hatten wir das erste Mal ernsthafte Probleme mit dem Automaten am Eingang. Ein sehr freundlicher und hilfsbereiter Italiener hat versucht zu helfen. Nach dem gefüllt 100sten Versuch hat es dann geklappt, die Schranke ging hoch. Der Platz war klein und fein und dahinter war eine kleine Seenlandschaft. Es gab wohl mal einen Weg direkt vom SP zum See, jetzt muss man leider außen rum, ein Stückchen die Straße entlang, allerdings kann man die Autos dort zählen. Hier blieben wir auch wieder 2 Nächte, damit Hoppi sich vom CP-Schock erholen konnte 😅

Mit ein Stück Wiese, perfekt
Beobachtungshaus mit Übernchtungsmöglichkeit
Ein nettes Häuschen für meinen Altersruhesitz


Wir überquerten dann die Dordogne. Wenn man die von oben sieht, sieht es aus, als wenn die total sandig ist (auch bei Google Maps zu sehen), aber das ist nur der Grund, dass Wasser selbst ist klar. Gestrandet sind wir dann an einem kleinen Hafen in Mortagne-sur-Gironde. Ein schöner kleiner Ort, kein Tourismus, aber viel Natur. Hund und Mensch haben sich darüber sehr gefreut 😉 Hinter unserem SP grasten Kühe und Pferde.

Die Lunge pustet, aber der Ausblick schön
Wasser da
Wasser weg
stehen da einfach mal rum


Und weiter ging es, auf die Île d’Oléron. Die Anfahrt bot schon einen schönen Anblick, denn die Brücke ist 2,8 km lang. Es war gerade Ebbe und der Ausblick von der Brücke toll. Als wir auf der Insel waren, gab es nur 2 SP (sonst alles CP), wir blieben gleich auf dem ersten, direkt am Meer zur Landseite. Van abgestellt und erstmal an den Strand mit den Hunden, was dort erlaubt war. Am nächsten Tag bin ich mit dem Fahrrad zum Hafen an der Citadelle du Château-d’Oléron gefahren. Auf dem Weg dahin kam ich an vielen kleinen Büdchen vorbei, jedes Büdchen hatte ein Thema, sehr nett gemacht.
Bei der Abfahrt, einen Tag später, hatten wir ein etwas größeres Problem. Ich habe unser Ticket bezahlt und wollte raus fahren, aber die Schranke öffnete sich nicht, der ganze Kasten tot. Toll, wir sprechen beide kein französisch und mein englisch ist auch nur so lala. Ich war mir nicht sicher, ob ich der Person am anderen Ende der Telefonnummer, die dort angeben war, verständlich machen konnte, worin mein Problem besteht. Aber entgegen der vielen Aussagen, dass die Franzosen die Deutschen nicht leider können, hat uns ein lieber Franzose geholfen. Nachdem er erkannt hatte, dass der Kasten tot ist und sich die Schranke nicht öffnen lies, rief er sofort die Telefonnummer an und 20 Minuten später war ein Techniker da. Es dauerte dann nochmal 20 Minuten bis die Schranke auf ging, aber sie war auf und wir raus 🙂 Mit dem netten Franzosen haben wir uns die ganze Zeit unterhalten, ein paar Worte in französisch, etwas englisch und ein paar Brocken deutsch, die er noch wusste, als er mal vor vielen Jahren kurze Zeit in Deutschland gewohnt hatte.

Anfahrt über die Brücke
Mein Mann mit der guten Eos, meine Fotos mache ich nur mit Smartphone


Wir sind dann an der Küste entlang weiter gen Norden gefahren, die Lebensmittel wurden nochmal aufgefüllt, um uns dann zum letzten mal auf dieser Tour auf einem kleinen SP direkt am Strand niederzulassen. Zwischen SP und Meer war nur die Düne und zur anderen Seite ein Waldstück. Da es mit 32° sehr warm war, war der Wald mit den Hunden natürlich wieder perfekt. Der Van stand allerdings in der prallen Sonne und als wir von der ersten Runde mit den Hunden zurück waren, war es im Van echt ungemütlich heiß. Wir beschlossen daher, ab jetzt am Tag getrennt mit den Hunden zu laufen, somit konnte der Van immer aufbleiben und es gab keinen Hitzestau mehr. Abends sind wir wieder gemeinsam gelaufen. An solchen Tagen wünsche ich mir schon eine Klima, aber diese Tage sind wirklich selten, meistens stehen wir im Schatten bzw. ist es selten so heiß, wenn wir unterwegs sind. Auch wenn es heiß war, eine Tour mit dem Fahrrad zwischendurch musste sein, der Fahrtwind kühlt ja 😉

Nur die Düne trennt uns vom Atlantik
Ein typisches Urlaubsfoto muss auch mal sein


Nun war es wieder Zeit nach Hause zu fahren, ich hörte das Büro schon rufen. Geplant war noch eine Zwischenübernachtung auf halber Strecke, aber irgendwie habe ich nichts passendes an der Strecke gefunden. Gemessen am letzten Standort war nichts schönes dabei. Als wir Paris dann durch waren, dachte ich mir, ach was solls, den Rest schaffst du auch noch. Das war dann ein langer Tag hinterm Steuer und das geht auch nur, weil unsere Hunde während der Fahrt total entspannt sind. Darüber sind wir auch sehr froh, dass macht es oft viel einfacher. Wir machen zwischendurch natürlich immer größere Pausen, wo die Hunde sich auch bewegen können. In Frankreich (und auch in Belgien) gibt es dazu an den Rastplätzen immer Möglichkeiten, nicht wie hier in Deutschland, wo die Plätze i.d.R. eingezäunt sind und es in den Büschen erbärmlich nach menschlichen Ausscheidungen stinkt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert