Vanlife mit Hund

Mit Hunden unterwegs im Van, was ist zu beachten?

Habe ich Regeln und Gesetze zu beachten?

Ich schreibe hier ausschließlich über meine persönliche Einstellung und Erfahrungen. Der nachfolgende Text hat keine Rechtsgültigkeit!

  • Gewöhnung an den Van

Unsere Hunde fahren gerne im Auto mit, sie wollen immer dabei sein. Von daher mussten wir sie nicht an den Van gewöhnen, dass hat sofort geklappt. Ich habe aber schon von anderen gehört, dass deren Hund zwar im Auto problemlos mitfährt, aber in den Van nicht rein will. Welche Methode zur Gewöhnung sich dann eignet ist doch sehr unterschiedlich. Ich persönlich würde anfangs nur mit Hund in den Van gehen und dort einen oder auch zwei drei 😉 Kaffee trinken, ohne den Van zu starten. Der Hund sollte sich ganz in Ruhe, ohne dabei beobachtet zu werden, den Van ansehen dürfen. Sein Lieblingskörbchen und Spielzeug helfen da bestimmt.  Wenn es der Abstellplatz erlaubt, auch mal eine Nacht darin schlafen. Das alles so oft wiederholen, bis der Hund keinen Stress mehr hat. Dann den Van mal starten aber nicht losfahren und erst, wenn der Hund auch hierbei ganz entspannt ist, eine erste kleine Runde drehen und dann langsam steigern. Nur ein Tipp, alles ohne Gewähr.

  • Transportsicherung

Ein Hund muss während der Fahrt wie eine Ladung gesichert werden. Ihn ungesichert im Fußraum, Gang, auf der Rückbank oder Bett zu transportieren ist nicht erlaubt. Das gilt für Deutschland und auch im Ausland (jeweilige Landesbestimmung beachten!). Zur Sicherung gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Die Sicherste ist und bleibt eine Box. Wenn der Hund keine Box kennt, muss er ggfs. erst daran gewöhnt werden. Dann gibt es noch Gurtsysteme. Da wird der Hund mittels Gurts und speziellem Geschirr am Gurtschoss befestigt. Der Gurt darf nicht so lang sein, dass der Hund damit im Van rumlaufen kann. Ein Halsband ist absolut ungeeignet, ebenso ein einfaches Geschirr (da ist der Hund in 2-3 Sekunden raus, wenn er will oder geschleudert wird).

  • Schlafplatz

Wie zu Hause auch, sollte der Hund einen geeigneten Schlafplatz und Rückzugsort im Van haben. Er sollte gegen Hitze und Kälte geschützt sein und ausreichend belüftet werden. Unsere Hunde haben keine Unterwolle und möchten draußen auch auf einem Kissen oder Matte liegen. Die habe ich zusätzlich zu den Hundebetten dabei, damit ich nicht hin und her räumen muss, je nachdem ob sie drinnen oder draußen liegen wollen.

  • Klimaanlage

Während der Fahrt ist eine Klimaanlage für Mensch und Hund natürlich hilfreich, besonders in warmen Regionen. Wenn man seinen Hund während des Einkaufs, einer Besichtigung, Restaurantbesuch etc. im Van lassen will, dann geht das nur, wenn die Außentemperatur unter 20 Grad Celsius ist, der Van mit geöffneten Fenstern im Schatten steht oder man eine Standklima verbaut hat. Die setzt voraus, dass man am Landstrom hängt oder entsprechend Akkukapazität hat. Wir haben keine Standklima und lassen die Hunde nur dann im Van, wenn wir in unmittelbarer Nähe essen gehen und die Außentemperatur dabei unter 20 Grad Celsius ist. Ansonsten ist IMMER einer von uns bei den Hunden.

  • Verpflegung

Für empfindliche Hunde sollte man sich rechtzeitig Gedanken um das Futter machen. Benötige ich Spezialfutter, bekomme ich das überall? Unsere Hunde sind da unproblematisch, wir kaufen alles vor Ort ein. Natürlich sollte dem Hund immer frisches Wasser zur Verfügung stehen. Es gibt spezielle Näpfe, bei denen auch beim Fahren nichts überschwappt. Ob der Hund das Leitungswasser vor Ort verträgt, ist unterschiedlich, manche bekommen davon Durchfall. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass unsere Hunde das gekaufte Wasser aus Flaschen/Kanister nicht trinken. Sollte also mal einer unserer Hunde empfindlich reagieren, ist das i.d.R. nach ein bis zwei Tagen vorbei.

  • (Ein)reisebestimmungen

Innerhalb Deutschlands sind keine Impfungen vorgeschrieben. Für Reisen ins EU-Ausland sind eine Tollwutimpfung (muss seit 21 Tage gültig sein), EU-Heimtierausweis und ein Mikrochip Pflicht. Man sollte sich bei jeder Reise ins Ausland die Einreisebestimmungen genau durchlesen. Teilweise sind auch Gesundheitszeugnis, Wurmkur und Titer-Bestimmung Pflicht, hierbei sind auch die Fristen zu beachten. Manchmal hört man von Reisenden mit Hund, dass sie nie kontrolliert wurden und das mit den Bestimmungen nicht mehr so ernst nehmen. Ich persönlich möchte niemals erleben, dass mein Hund in einem fremden Land beschlagnahmt wird und in Quarantäne kommt (schlimmstenfalls euthanasiert wird), nur weil ich bequem und nachlässig war.

  • Medikamente / Reiseapotheke

Lebensnotwendige Medikamente rechtzeitig beim Tierarzt besorgen. Eine kleine Reiseapotheke sollte man auch dabeihaben. Wunddesinfektion, Wund- und Heilsalbe, selbstklebende Verbände und Durchfallmedikament, mehr nehmen wir nicht mit. Im Notfall gehe ich immer zum Tierarzt oder in eine Tierklinik, auch im Ausland. Wir haben da noch nie schlechte Erfahrungen gemacht, ganz im Gegenteil. Wenn wir länger als nur für die reine Übernachtung bleiben, mache ich mich auch immer schlau, wo der nächste Tierarzt oder Tierklinik ist, damit im Notfall keine Zeit mit der Suche verloren geht. Bei Reisen in südliche Länder empfiehlt sich eine Prophylaxe gegen die sogenannten Mittelmeerkrankheiten. Geeignete Mittel sind spezielle Spot On und Halsbänder, sie wirken gegen Flöhe, Sandmücken und Zecken. Es gibt auch noch ein Präparat in Tablettenform, aber dazu gibt es auch sehr viele negative Berichte. Gegen Leishmaniose (nicht heilbar) kann man seinen Hund inzwischen impfen lassen, aber das muss man rechtzeitig planen (Blutuntersuchung + Grundimmunisierung). Da jeder Hund anders reagiert, ist die Entscheidung, welches Mittel man nehmen soll, nicht immer einfach. Wir nehmen die Halsbänder, denn wenn der Hund darauf reagieren sollte, nimmt man es ab und gut ist. Beim Spot On oder der Tablette hat der Hund eine Dosierung für 4-6 Wochen bekommen und man kann nichts mehr machen. Die Halsbänder wirken 6-8 Monate, dass reicht bei uns für die gesamte Reisezeit, da wir über die Wintermonate im südlichen Raum nicht unterwegs sind. Wenn der Hund ins Wasser geht, darauf achten, dass das Halsband wasserfest ist oder es für die Zeit abnehmen. Ob man dem Hund nach der Reise prophylaktisch eine Herzwurmkur gibt, muss man für sich selbst entscheiden. Die Empfehlungen gehen da sehr auseinander, wir machen es nicht.

Das eine Leine und eine Wasserflasche für unterwegs auch zur Ausstattung gehören, muss ich wohl nicht extra erwähnen 😉

4 thoughts on “Vanlife mit Hund

  1. Miriam says:

    Hallo Heike,
    vielen Dank für die Tipps und Infos. Sie werden mir bei der Planung unserer ersten Tour mit unserer Elli sehr helfen.

    Beste Grüße
    Miriam

    Antworten
    1. Heike says:

      Hallo Miriam,
      es freut mich sehr, dass du über meinen Blog gestolpert bis und auch noch für dich nützliche Infos gefunden hast. Besuch mich doch bald mal wieder 🙂

      Lieben Gruß
      Heike

      Antworten
  2. Susanne Reuter says:

    Absoluter Zufall, dass ich auf deine Seite gestoßen bin. Ich habe mich schon immer gefragt, wie es funktionieren kann, mit vier Hunden (zwei Galgos und zwei kleine Mischlinge) plus zwei Menschen, in einem Van zu verreisen. Deine Tipps sind großartig, auch von deinen Fotos vom Inneren des Van kann ich mir viel mitnehmen.
    Tausend Dank, dass du deine Erfahrungen mit uns teilst.

    Antworten
    1. Heike says:

      Hallo Susanne,
      es freut mich sehr, dass du auf meinem Blog brauchbare Infos für dich gefunden hast 🙂
      Ja, wenn wir mit unseren Hunden im Gepäck unterwegs sind, dann gibt es oft große Augen, sobald wir alle ausgestiegen sind. Und, oh Wunder, wir haben sogar alles dabei, auch Stühle und Tisch, das meiste Gepäck gehört allerdings den Hunden (Decken, Kissen, Zaun …). Wir sind allerdings im Winter selten unterwegs (max ein Wochenende), dann könnte es ggfs. im Van etwas eng werden. Für ein Wochenende passt das prima, aber länger? Haben wir aber auch noch nicht ausprobiert, da wir keine Wintermenschen sind und ich meinen Urlaub meistens im Mai und September nehme.

      Lieben Gruß
      Heike

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